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                       Evangelische Kirchengemeinde
           
                Bohnsdorf-Grünau
             

                                                  


  Paul – Gerhardt – Gemeindeheim

Reihersteg 36-38
12526 Berlin

Tel: 030 / 676 10 90

                                                                     Fax: 030 / 67 80 99 55

                  Monatsspruch Oktober 2018           
          

         
      Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir,
                 mein Seufzen war dir nicht verborgen.

              Psalm 38, 10   
            

      
Liebe Gemeinde,             
                
                 
    wie ist Gott eigentlich allmächtig?
               Das bekennen wir an jedem Sonntag, an dem wir das Glaubensbekenntnis sprechen.
               " Ich glaube an Gott, ..... den Allmächtigen" . Aber wie stellen wir uns diese Allmacht vor? 
               Wie ist das mit der Allmacht Gottes?
               Einerseits ist die Vorstellung verbreitet, Gott möge doch die Dinge so lenken, dass alles gut ausgeht. 
               Und das hoffe ich auch und danke Gott für die Bewahrung! Aber ist Gott wie ein himmlischer Marionetten-
               spieler, der die Dinge auf der Erde direkt steuert? Wenn es so wäre, wäre es einerseits schön einfach.
               Aber vielleicht auch zu einfach. Und unsere Welt müsste noch schöner aussehen - weniger Kriege, Elend, 
               Leid. Die Vorstellung von Gott als dem himmlischen Marionettenspieler, dem Strippenzieher, passt nicht
               so recht. Und sie passt besonders nicht zu unserem Bild von uns selbst! Denn wie denken doch von uns 
               als selbständigen, verantwortlichen Menschen. Und das zurecht! Denn genau so will Gott uns haben: Als
               verantwortliche, selbständige, schöpferische Menschen! Als seine " Ebenbilder ", wie es in der biblischen
               Schöpfungsgeschichte heißt: Auf Augenhöhe. Und nicht als niedrige Knechte und Mägde. Das heißt, gerade
               die Gläubigen haben allen Grund, sich selbst so zu entdecken: Als kreative, autarke, verantwortungsvolle
               Menschen. Aber wie kann Gott dann allmächtig sein? Vielleicht eben nicht als der " Macher " , der uns die
               Dinge aus der Hand nimmt, - sondern, der sie uns in die Hand GIBT!
               Trau dich! Das ist eine der häufigsten Botschaften der Bibel. TU WAS! So rufen uns die Gleichnisse Jesu
               auf. Die Allmacht Gottes ist anders, als man meint: sie erMÄCHTIGT! Gottes Macht ist nicht eine, die er
               für sich behält, sondern Gottes Macht gibt er weiter. Er MACHT kräftig. Die Allmacht Gottes erblicke ich
               darin, dass Gott uns zu allem allem ermutigt, - und uns zu allem etwas zu sagen hat. Die Dinge, unser Leben,
               wir selbst, SIND anders, wenn wir uns von Gott angenommen fühlen.
               Wir selbst erkennen uns neu im Licht der Liebe Gottes! Das macht uns neu. Und unsere Beziehungen zu
               unseren Nächsten, den Partnern und Familien, Freunden, Nachbarn, Unbekannten und Fremden.
               Auch sie alle, wie ich selbst - geliebt von Gott! Die Liebe Gottes schließt auch unsere Schwächen ein: 
               Fürchte dich nicht! Gott kennt unsere tatsächlichen und vermeintlichen Schwächen. Und er hat uns schon
               lieb. Deshalb brauchen wir nicht frömmer zu sein, als wir sind! Und Gott WILL uns dabei haben, uns
               beteiligen an seinem Tun! Deshalb fragt er nach unseren Wünschen: " All mein Sehnen liegt offen vor dir "!,
               so heißt es im Monatsspruch. Und auch die Ängste und Schmerzen sieht Gott und hört das " Seufzen ".
               Denn Gott ist uns nahe. Die diversen Jubiläen und Gedenktage dieses Jahres geben uns hinreichend
               Gelegenheit, darüber nachzudenken. Neben dem Beginn des 30 jährigen Krieges 1618, ist es nicht 
               zuletzt die Märzrevolution von 1848, die auch in Berlin zu blutigen Auseinandersetzungen führte. Vor
               fünfzig Jahren kam es zum Prager Frühling von 1968 und am 9. November 1938 brannten in der
               Pogromnacht die Synagogen der jüdischen Mitbürger - und immer wird auch die Frage berührt: Wie ist 
               der Mensch? Und wie gestalten wir unsere Gesellschaft, wie gehen wir um miteinander - vor dem
               Hintergrund der Liebe Gottes zu uns Menschen?
           

              

               Ihr Ulrich Kastner